Lehrer im Tagespraktikum


Am 02.02. ging das komplette Lehrerkollegium der Realschule in Betriebe der Region, um sich in einem Tagespraktikum über typische Ausbildungsberufe der eigenen Schüler zu informieren.

Vier Lehrerinnen als Bäckereipraktikantinnen

Wir hatten es uns gut überlegt – eine Nachtschicht in der Großbäckerei „Goeken backen“ –  schließlich wollten wir an unserem Praktikumstag richtig arbeiten und etwas Neues kennen lernen, damit wir unseren Schülern hinterher davon berichten konnten.

Als es dann Sonntagabend wurde und es mit dem frühen „Vor-Schlafen“ bei allen nicht so richtig klappen wollte, kamen allerdings erste Zweifel auf: „Was tun wir uns da an? Wie schön wäre es, jetzt noch im Bett zu liegen?“ Die Zweifel wurden noch größer, als dann auf der Fahrt nach Bad Driburg auch noch die Straßenverhältnisse katastrophal wurden – Bodennebel und glatte Straße – na super!

Um 0.45 Uhr erreichten wir aber alle gesund und munter unser Ziel. Die Backgalerie von „Goeken backen“ war hell erleuchtet, es wurde nämlich bereits gearbeitet. Einige Mitarbeiter kamen ebenfalls zu dieser Zeit zu ihrer Schicht und sie alle, wirklich alle, fragten uns, ob sie uns helfen könnten – wir fühlten uns sofort gut aufgehoben. Schließlich kam auch der Schichtleiter Herr Mandrys, versorgte uns mit Kittel und Haube und dann ging es los. Zunächst mussten wir durch eine Hygieneschleuse, in der Hände und Schuhe gereinigt wurden.

Frau Ostermann und Frau Scharlibbe verbrachten ihre Schicht in der Konditorei. Sie stellten Plunder, belegte Baguettes, Froschkönige, Kuchen, Mandelhörnchen… und noch viele Leckereien her. Das Team der Konditorei war sehr hilfsbereit und sympathisch und beiden hat es viel Spaß gemacht, dort aktiv mitzuarbeiten. Frau Dahlmann und Fr. Hachmann  wurden verschiedenen Abteilungen zugeordnet und so lernten sie die Abläufe in den folgenden Bereichen kennen:

Backwaren für den Versand vorbereiten, also Brötchen, Brote, Schweineohren, usw. in Körbe verpacken; Waren für die verschiedenen Filialen zur Abholung bereitstellen;  Käsebrötchen zum Backen vorbereiten, Laugenbrötchen einschneiden und eine echte Meisterleistung: Laugenbrezel rollen und in die richtige Form bringen. Von Brezel zu Brezel wurde es besser, wir ernteten das sogar das eine oder andere Lob zwischen den aufmunternden Hilfestellungen, die uns die Auszubildenden angedeihen ließen.

Zwischendurch wurden uns von Herrn Wulf die verschiedenen Stationen gezeigt, die die Backwaren durchlaufen, ausgehend von der Teigzubereitung (hier vor allem der 3-Stufen-Sauerteig, eine besondere Spezialität von Goeken backen) über die verschiedenen Kühlkammern und die riesigen Öfen. Außerdem sahen wir noch die Berliner-Produktion in der „Biskinfettstation“.

Überall wurden wir sehr nett empfangen, immer mit der Frage: „Na, aus welcher Filiale kommt ihr denn?“ Alle Bäckereifachverkäuferinnen müssen nämlich bei „Goeken backen“ eine Nachtschicht mitmachen, um die Produktionsabläufe kennen zu lernen. Wir mussten uns dann als Lehrerinnen im Praktikum outen, was allerdings überall mit einem zustimmenden Kopfnicken honoriert wurde.

Um 6 Uhr, nach 5 Stunden auf den Beinen, in denen keine Langeweile aufgekommen ist und wir richtig arbeiten durften, hatten wir es geschafft und Herr Mandrys holte uns zu einer abschließenden Betriebsführung ab.

Neben den verschiedenen Produktionsabteilungen und die „gläserne Produktion“ zeigte er uns noch die Mitarbeiterräume mit eigenen Schulungsräumen, das Fitnessstudio für die Mitarbeiter und die Büros der Verwaltung. Auch die wichtigen Themen Qualitätsstandards und Hygienevorschriften wurden nicht ausgespart.

Zum Ausklang im Holzofen-Café gesellte sich Herr Goeken zu uns, um uns nach unseren Erfahrungen zu befragen und uns weitere Informationen über seine Firma zu geben.

In Kürze: „Goeken backen“ gibt es seit über 115 Jahren, beschäftigt an diesem Standort 180 Mitarbeiter (davon 16 Bäckermeister), betreibt über 50 Filialen, produziert zwischen 40.000 und 60.000 „Bärtis“ (die speziellen Goeken-Brötchen) am Tag (!!!) und ist in den letzten Jahren sehr gewachsen.

Außerdem sind sie immer auf der Suche nach Auszubildenden, für die sie eine Menge tun. So gibt es den Wettbewerb „Azubi des Monats“, ein Azubi-Auto, Gutscheine für gute Noten, usw., aber sie kümmern sich auch persönlich um die Azubis, z.B. wenn es um eine Zimmersuche in Bad Driburg geht.

Insgesamt war es für uns eine spannende Erfahrung in einem interessanten Unternehmen. Als Fazit kann man festhalten, dass wir auf jeden Fall Werbung für eine Ausbildung bei „Goeken backen“ machen werden und dass wir in Zukunft die Produkte in einer Bäckerei mit anderen Augen sehen, da viel mehr Handarbeit und Liebe zum Detail drinsteckt als man von einer Großbäckerei erwarten würde. 

Nach dieser interessanten Nacht waren wir dann trotzdem froh, dass wir uns um kurz nach 7 auf den Heimweg machen konnten, um dann den wohlverdiente Schlaf nachholen zu dürfen, begleitet mit dem Gedanken, dass die meisten unserer Kollegen ihren Praktikumstag noch nicht einmal begonnen hatten.

 

Lehrer-Tagespraktikum bei der Firma ELHA in Hövelhof

Am 02.02. trafen sich 4 Kollegen der Realschule am Stammwerk der Firma ELAH in Hövelhof. Wir wurden begrüßt von Herrn Reker, dem Ausbildungsleiter. In einem 30-minütigen Rundgang wurde uns der Betrieb gezeigt und die wesentlichen Arbeitsfelder erklärt.

Danach ging es die in Ausbildungsabteilung. Uns wurden 2 Lehrlinge an die Seite gestellt und wir bekamen die Aufgabe eine Schreibtischlampe aus verschiedenen Einzelstücken zu fertigen. . Auf Basis einer technischen Zeichnung, wurden die Werkstücke vermessen und entsprechend bearbeitet. Zu unseren Tätigkeiten gehörte, zu bohren, zu messen und Gewinde zu schneiden

Am Ende wurde aus den einzelnen Stücken das gesamte Werkstück gefertigt.

Den beteiligten Kollegen gefiel der ganze der Tag ausgesprochen gut. Ein großes Danke schön geht an die beiden Auszubilden und Herrn Reker, die sich hervorragend um uns gekümmert haben und den Tag zu einem runden Erlebnis werden ließen.

Kaimann in Hövelhof

Unternehmen

Das Unternehmen wurde 1959 gegründet und stellte zunächst Heizkörper her. In den 80er Jahren wurde das Produktsortiment um Wärmepumpen und Heizkreisverteiler erweitert und  seit 1999 werden Isoliermaterialien  hergestellt.Die Firma besitzt Handelsniederlassungen  in  Budapest, Prag, Kopenhagen, Stockholm, Moskau, Singapur, Frankreich, Italien und Spanien.Die fertigen Produkte finden Anwendung in der Kälte- und Klimatechnik, im Brand- und Schallschutz, im Heizung- und Lüftungsbau,  im Sanitärbereich,  der Lebensmittel,- Chemischen- und Pharmazeutischen Industrie, im Schiffsbau, der Petrochemie  und im Solarbereich.

Insgesamt beschäftigt die Fa. Kaimann,  zurzeit ca. 300  Mitarbeiter am Hauptsitz in Hövelhof. Durch die rund 1 Mio. € teure Rauch-Nachverbrennungsanlage gehört Kaimann inzwischen  zu den umweltfreundlichsten Produktionsstätten der Region.

Ausbildungsberufe

Neben den kaufmännischen Ausbildungsberufen (Industriekaufmann) werden Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Verfahrensmechaniker für Kunststoff -Kautschuktechnik  und Mechatroniker ausgebildet.Eingangsvoraussetzung sind ein mittlerer Bildungsabschluss, Interesse und gute Noten in den Naturwissenschaften, Mathematik und Physik.Die Firma Kaimann nimmt sehr gerne Initiativbewerbungen entgegen. Gerne mit dem Abschluss der 9. Klasse und bietet circa im Januar auf Einladung ein 1-2tägiges Praktikum an, sodass der Bewerber einen Einblick in den Betrieb sowie in seinem zukünftigen Berufsfeld bekommt. Bisher sind die meisten Auszubildenden übernommen worden.

Tagesablauf

Nach einer ausführlichen Information durch Herrn Spieker und Herrn Möller über die Firma und ihre Ausbildungsberufe, stand eine Begehung und Erkundung durch die verschiedenen Werkshallen an. Dabei wurden die einzelnen Bereiche und Tätigkeitsfelder der Ausbildungsberufe erklärt. Anschließend wurden verschiedene Tätigkeiten aktiv erprobt, wie z.B. Kabel konfektionieren, Dichte und Zelloberfläche der Kautschukplatten errechnen sowie am Computer festzuhalten, um somit eine bestmögliche Qualität abzusichern.

 

Ein Lehrerpraktikumstag im Rahmen einer SchiLf bei der Firma Lidl.

Dass das Thema der Berufswahlorientierung an der Johann – Sporck – Realschule Delbrück ernst genommen wird, ist vielleicht daran ersichtlich, dass sich zu unserem Lehrerbetriebspraktikum bei dem Discounter Lidl, in dessen Logistikzentrum in Paderborn eigentlich ab 9.00 Uhr geplant, die drei beteiligten Kollegen bereits um 8.00 Uhr vor Ort einfanden. Wie beim Begriff : “Logistik“ nicht anders zu vermuten, den für uns zuständigen Ausbildungsleiter und Begleiter des Praktikumtages Herrn Dumler stellte das vor keine allzu großen Probleme. In quasi null Komma nichts wurde der Praktikumstag entsprechend ausgeweitet.

So bekommen Mitarbeiter einen Mindestlohn von 11,50€, erhalten kostenlose Gesundheitsschulungen, Sportangebote und können sich jederzeit an einen „Firmenpsychologen“ zwecks Erörterung persönlicher Probleme wenden.Nach einer Powerpointpräsentation, die einen kurzen Überblick über die Geschichte des Discounters von der Eröffnung des ersten Marktes bis hin zum Istzustand mit der Präsens in fast allen europäischen Ländern vorstellte, ging Herr Dumler auf die uns interessierende Frage: Ausbildung, Weiterbildung und Karriere; Noten Mathe, Sport und Deutsch, Problem der Besetzbarkeit der angestrebten Ausbildungsstellen ein. Eingeschlossen war hier, dass das Problem des fehlenden Ansehens/Prestiges dieser Berufsbildung schon erkannt war und man uns an dieser Stelle Punkt für Punkt darlegen konnte, weshalb dieses Problem eigentlich nicht der Realität entspricht.

Im Anschluss wurden uns die Büros und die Aufgabenbereiche der einzelnen Abteilungen im Logistikzentrum Paderborn gezeigt und erläutert.

Danach besuchte unsere Praktikumsgruppe die Lidl Filiale an der Neuhäuser Straße in Paderborn. Backen, Präsentation der Waren (bundesweit einheitlich) (hier auch Mindesthaltbarkeit und deren Folgen, ) und Abkassieren eines Einkaufes wurden von uns dann auch einmal praktisch umgesetzt.

Darüber hinaus wurden uns Aufgabenbereiche und Einsatzpläne der Mitarbeiter, Warenbestellung, Lagerhaltung etc. in der Filiale deutlich gemacht. Hat hier ein Schüler, nach Beendigung seines Betriebspraktikums in einem anderen Discounter noch geäußert, dass er es nur langweilig und eintönig fand, konnten wir diese Schülereindrücke an unserem Praktikumstag keinesfalls bestätigen.

Zurück im Logistikzentrum stand nach dem Mittagessen eine Führung durch ebendieses an.  Ablauf der Bestellung, Wareneingang, Bestellung der Märkte,

Kommissionierung, Arbeitszeiten, Kühlbereiche, Sprachgesteuerte Bestückung, Abfallverwertung und Endsorgung waren ebenso Bestandteil der Erläuterungen durch den Lagerleiter Herrn John, wie einige Ausführungen zur Zusammenarbeit mit den Schlosswerkstätten (Inklusion) am Standort Paderborn.

Zum Schluss gab es eine kurze Feedbackrunde aller Beteiligten zu diesem Praktikumstag. Alle Teilnehmer empfanden den Tag als kurzweilig und äußerst informativ und viele Vorurteile bzgl. der Firma Lidl, mit denen man vielleicht in diesen Tag gestartet war, mussten revidiert werden.